Aus dem Schacharchiv von Chess-Results.com: Artikel: 587 vom 13.02.1998, Kategorie Kolumne

Staatsliga A - Partiennachlese (13.Februar 1998)

Schlußrunde vom 6. bis 8. 3. in Fürstenfeld

Wie wir Ihnen kürzlich berichteten, scheint es nach dem Ausstieg von Margareten zu einem steirischen Doppelsieg in der Staatsliga A zu kommen. Mehr Spannung verspricht jedenfalls der Kampf um den rettenden 10. Rang.

Die Schlußrunden finden anläßlich des 50 Jahr-Jubiläums des SC Fürstenfeld vom 6. bis 8. März (Spielzeiten Fr.: 17 Uhr, Sa.:15 und So.: 10 Uhr) in Fürstenfeld statt. Da die Veranstalter am Freitag, 6.3.98, spielfrei sind tragen sie gegen das kroatische Team aus Zadar einen Freund-schaftskampf aus.

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Abschließend zwei interessante Partien von der Grazer Tripelrunde.

Weiß: GM Z. Almasi

Schwarz: GM P. Blatny

Spanisch, Anti-Marschall [C88]

Anm. I. Balinov

1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lb5 a6 4. La4 Sf6 5. 0–0 Le7 6. Te1 b5 7. Lb3 0–0 8. a4 Lb7 9. d3 d6. Möglich ist auch 9. ... Te8. 10. c3 Sd7. Alternativen zum Textzug sind 10. ... h6 und 10. ... Sa5.

11. Sbd2. Spielbar ist auch 11. Le3 Lf6 12. Sa3 b4 13. Sc4 Tb8 14. a5 bxc3 15. bxc3 Se7 16. La4 Sg6 17. Tb1 La8 18. Dc2 Txb1 19. Txb1 Le7 20. d4, Hracek-Blatny, Brünn1993.

11. ... Sc5 12. Lc2 Sxa4 13. Lxa4 bxa4 14. Dxa4 Kh8 15. b4 f5 16. Lb2 Dc8. Ebenfalls Ausgleich versprach 16. ... fxe4 17. dxe4 Lg5, oder 17. Sxe4 d5 18. Sg3 Ld6.

17. c4 Lf6. Gut war auch 17. ... a5 18. b5 Sb4 19. Db3 c6!.

18. c5 Se7?. Ein Fehlgriff. Geboten war 18. ... dxc5 19. bxc5 Td8 20. Ta3 Tb8 21. Sc4 (Zu erwägen war auch 21. La1!?) 21. ... fxe4 22. dxe4 De6 mit unklaren Verwicklungen.

19. Tac1. Nicht aber 19. d4?! fxe4 (Dies ist besser als 19. ... exd4 20. Lxd4 Lxd4 21. Sxd4 dxc5 22. bxc5 Td8 23. S2b3, mit etwas besserem Spiel für Weiß.) 20. dxe5 (Auch nach 20. Sxe4 Lxe4 21. Txe4 Df5 22. Tae1 d5 23. T4e2 e4 24. Se5 Lxe5 25. dxe5 Sg6 behielte Schwarz die etwas besseren Chancen.) 20. ... exf3! 21. exf6 Dg4 22. fxg7+ Kg8 23. gxf8D+ Kxf8 24. g3 Dh3 25. Lg7+ Kxg7 26. Txe7+ Kh6 27. Txh7+ Kxh7 28. Dc2+ Kh6 29. Sxf3 Lxf3 30. Dc1+ Kh5 31. Df1 Dxf1+ und Schwarz hat Vorteil.

19. ... Lc6 20. Dc2. Keinen Vorteil versprach 20. Da5 Db7 21. cxd6 cxd6 22. Sc4 Tad8.

20. ... Dd7. Gut für Weiß war auch 20. ... Db7 21. cxd6 cxd6 22. Sc4 Dxb4 23. La3 Da4 24. Dxa4 Lxa4 25. Sb6.

21. d4 exd4 22. Lxd4 La4 23. Da2. Stärker war 23. Dc3! Lxd4 24. Sxd4 dxc5 25. Dxc5 Tad8 26. S2f3 fxe4 27. Txe4 Tfe8 28. Se5+ und Weiß gewinnt rasch.

23. ... Sg6?!. Den Vorzug verdiente 23. ... Lxd4 24. Sxd4 Tfb8 mit unklaren Verwicklungen, nicht aber24. ... dxc5? 25. Se6 und Schwarz verbleibt mit einer Minusqualität.

24. cxd6 cxd6 25. Lxf6. Unergiebig für Weiß war hingegen 25. exf5 Sf4 (25. ... Se7? verbietet sich wegen 26. Lxf6 Txf6 27. Txe7 und Weiß gewinnt) 26. Lxf6 Txf6 27. Se4 Txf5 28. Dd2 Tff8, oder 28. Sxd6 Dxd6 29. Dxa4 Sh3+ 30. gxh3 Dg6+ 31. Kh1 Txf3 32. Tc6 Df5 33. Txa6 Tf8 34. Ta8 Txf2.

25. ... Txf6 26. Sc4. Ebenfalls etwas günstiger für Weiß war 26. Sd4 f4 27. S2f3.

26. ... Tb8?. Den Vorzug verdiente 26. ... fxe4! 27. Sb6 Db5 28. Sxa8 exf3 mit unklaren Verwicklungen, z.B. 29. Tc8+ Sf8 30. Tee8 Df5 und Schwarz steht keineswegs schlechter.

27. e5 dxe5 28. Scxe5 Sxe5 29. Sxe5 De8 30. Sf3. Gut war auch 30. Tc7 Lb5 31. Dd5 Td8 32. Sg6+ hxg6 33. Txe8+ Txe8 34. h3.

30. ... Dd7. Ebenso ungenügend war 30. ... Db5 31. Ta1.

31. Se5! De8 32. h3 Lb5. Auch nach 32. ... Ld7 33. Sc6 Te6 34. Txe6 Lxe6 35. Dxa6 Tc8 36. b5 steht der weiße Vorteil außer Zweifel.

33. Tc7 Te6 34. Dxe6!. Stärker als 34. Sf7+ Dxf7 35. Txf7 Txe1+ 36. Kh2 und Schwarz kann noch kämpfen.

34. ... Dxe6 35. Sf7+ Dxf7 36. Txf7 Lc4 37. Txf5 g6 38. Tf4 und Schwarz gab auf.

 

 

Weiß: FM H. Herndl

Schwarz: FM P. Roth

Englisch A40

Anm. FM H. Herndl

1. d4 e6 2. c4 b6 3. Sc3 Lb7 4. Dc2 Lb4 5. a3 Lxc3+ 6. Dxc3 f5 7. Sf3 Sf6 8. g3 0-0 9. Lg2 De7. In Frage kam hier oder auch im nächsten Zug a5!?

10. b4 d6 11. 0-0 Sbd7 12. Lb2 Tae8 13. a4!?. Nachdem sich der schwarze Turm von der a-Linie entfernt hat, bietet sich der Plan a4-a5 nebst axb6 und Ta7 an.

13. ... Se4 14. Dc2 g5?. Eine beträchtliche Schwächung des schwarzen Königsflügels. Falls sich die Diagonale a1-h8 öffnet , wie es auch in der Partie geschehen wird, kann das rasch eine tödliche Schwächung werden. Der logische schwarze Plan war 14. ... e5 15. dxe5 dxe5, wonach Weiß nur leichten Vorteil hat. Beispielsweise dürfte Schwarz nach 16. a5 Dxb4!? 17. La3 Dc3 ausreichende Kompensation für die Qualität haben. Wenn Weiß nicht a5 spielt, kann Schwarz selbst a5 spielen und in der Folge einen Springer auf c5 plazieren.

15. a5 g4 16. Se1 Sdf6 17. axb6 axb6 18. Ta7 c6?. Danach wird der Läufer bald zum Großbauern degradiert. Besser war 18...Tb8, wonach Weiß erst einen guten Plan finden muß, um am Damenflügel oder im Zentrum durchzubrechen.

19. Sd3 Ta8 20. Tfa1 Txa7 21. Txa7 Ta8 22. Txa8+!. Stärker als das naheliegende 22. Da4, wonach Schwarz mit 22. ... Dd8 und eventuell Db8 Widerstand leisten kann.

22. ... Lxa8 23. Lc1!. Nun droht der Springer auf e4 mit 24. f3 gefangen zu werden. Daher war es wichtig, die Dame noch auf c2 zu belassen, wo sie das Feld c3 kontrolliert. Nun muß der Sf6 auf ein schlechtes Feld, um den Rückzug des Se4 zu ermöglichen.

23. ... Se8 24. c5!. Damit wird der La8 eingeschlossen. Außerdem ist in manchen Varianten Da2 mit Doppelangriff gegen a8 und e6 möglich.

24. ... bxc5 25. dxc5!. Öffnet die lange Diagonale. Nun scheitert 25. ... e5 an 26. Da2+ und 25. ... dxc5 an 26. Lxe4 fxe4 27. Sxc5.

25. ... Db7 26. Dc4!. Erzwingt 26. ... d5, danach hat Weiß auf den schwarzen Feldern leichtes Spiel.

26. ... d5 27. Dd4 Dg7 28. Se5. Mit der Idee, mit 29. Lxe4 die einzige aktive schwarze Figur abzutauschen.

28. ... S4f6 29. Da1 Db7 30. Lg5!. Der Springer kann jetzt nicht mehr sinnvoll gedeckt werden und muß sich somit dem folgenden Abtausch stellen.

30. ... Se4 31. Lxe4 dxe4 32. Dd4. Schwarz ist zu völliger Passivität verurteilt und Weiß kann den Todesstoß in Ruhe vorbereiten.

32. ... Dc8 33. Lc1 Dc7 34. Lb2. Interessant ist, daß die Manöver Lb2-c1-g5-c1-b2 sowie Dd4-a1-d4 zur entscheidenden Stellungsverbesserung geführt haben.

34. ... De7 35. Sc4 Sg7 36. De5. Gewinnt einfacher als 36. Dd6 Dxd6 37. cxd6 e5 und Schwarz kann den Bauern noch halten.

36. ... h5 37. Db8+ Df8 38. Da7. Schwarz gab auf, da es gegen die Drohungen 39. Lxg7 und 39. Sb6 keine Verteidigung gibt.


Hastings 1997/98.

Beim ältesten Traditionsturnier der Welt ging der Sieg mit klarem Vorsprung an den Engländer Matthew Sadler, der den Franzosen Relange und Co-Favorit Rozentalis auf die Plätze verwies.

Rg. Name ELO Pkte. Wtg. SB
1. M. Sadler (ENG) 2665 53,25
2. E. Relange (FRA 2505 50,75
3. E. Rozentalis (LTU) 2645 50,75
4. W. Tkatschijew (KAZ) 2615 46,50
5. J. Plaskett (ENG) 2450 42,75
6. J. Nunn (ENG) 2620 41,50
7. M. Hebden (ENG) 2575 41,50
8. I. Rausis (LAT) 2490 41
9. L. McShane (ENG) 2455 39,25
10. C. Ward (ENG) 2505 39,25


Die Partien finden Sie hier

Die Entscheidungspartie

Weiß: GM E. Rozentalis

GM M. Sadler

Sizilianisch [B22]

1. e4 c5 2. c3 Sf6 3. e5 Sd5 4. d4 cxd4 5. cxd4 d6 6. Lc4 Sb6 7. Lb5+ Sc6 8. Sc3 dxe5 9. d5 a6 10. La4 Sxa4 11. Dxa4 b5 12. Sxb5 Ld7 13. Sc3 Sd4 14. Dd1 Lf5 15. Kf1 g6 16. Sge2 Lg7 17. Sg3 Lc2 18. Dd2 e4 19. Sgxe4 Lxe4 20. Sxe4 Dxd5 21. Dd3 0-0 22. h4 Tfd8 23. Th3 Tac8 24. Sc3 De6 25. Tb1 Sb5 26. Dc2 Lxc3 27. bxc3 Txc3 0-1

ÖM Lothar Karrer